Ratgeber Holztreppen

Holztreppe mit HandlaufStilvolle Holztreppen sind ein Blickfang für jeden Wohnbereich und geben gleichzeitig Ihrem Zuhause einen gemütlichen, wohnlichen Charakter. Ihr unvergleichlicher Charme spiegelt sich aber nicht nur in den Materialeigenschaften wie Haltbarkeit oder Strapazierfähigkeit wider, sondern der älteste Baustoff der Welt ist auch aus ökologischer Sicht äußerst empfehlenswert. Weiterhin setzen die nachwachsenden Rohstoffe ein Zeichen in punkto Nachhaltigkeit. Allerdings ist Holz nicht gleich Holz und nicht jedes Material eignet sich zum Treppenbau. Die ganz unterschiedlichen Holzarten bieten jede Menge Möglichkeiten bei der Verarbeitung und Gestaltung, deshalb sollten Sie bereits in die Planungsphase einen Fachmann mit einbeziehen.

Planung einer Holztreppe - Gewissenhafte Vorbereitung als Erfolgsgarant

TreppenplanungWenn Sie an Ihrer Holztreppe möglichst lange Freude haben möchten, sollten Sie auf den Qualitätsfaktor setzen, der bereits bei der Auswahl der Materialien ansetzt. Doch bevor Sie überhaupt an diesem Punkt ankommen, liegt noch der erste, wichtigste Schritt vor Ihnen, nämlich die Bauplanung. Diese spielt eine entscheidende Rolle für ein perfektes und zufriedenstellendes Endergebnis. Bei einem Neubau sollten Sie spätestens bei Erstellung des Rohbaus einen Termin mit Ihrem Treppenlieferanten vor Ort vereinbaren. So können für ihn wichtige Details wie Fußbodenaufbau, Lichtleitungen, Umgebungswände oder anliegende Verrohrungen in der Nähe der Treppe geklärt und abgestimmt werden. Weiterhin gilt bei der Planung zu berücksichtigen, dass eine Treppe ein tragendes Bauteil darstellt und deshalb auch die Bauwerksanbindungen tragende Eigenschaften aufweisen müssen. Beachten Sie bei der Detailplanung der Treppe wichtige Aspekte wie Treppengröße, Laufbreite, Auftritt, Steigung sowie Größe und Grundriss des geplanten Deckenloches, Deckenrandgestaltung und benötigte Installationen. Empfehlenswert ist, die Treppe als Komplettbauwerk zu erwerben. Auf diese Weise lassen sich Abstimmungsfehler zwischen den einzelnen Zulieferern vermeiden, welche ansonsten das optimale Erscheinungsbild des Gesamtwerkes beeinträchtigen könnten.

Treppenberechnung: Sicherheit steht an erster Stelle

TreppenberechnungJede Treppenkonstruktion sollte nicht nur im Ganzen, sondern auch jedes Teil für sich unbedingt standsicher sein. Treppen gelten als stark frequentierte Bauteile, die auch hohen Belastungen gewachsen sein müssen. Damit Sie mit Ihrer Treppe auf der sicheren Seite sind, sollten Sie auf einen Nachweis der Standsicherheit bei der Treppenberechnung achten. Doch die Vertiefung dieser Thematik fördert einige wesentliche Unterschiede zutage. Zum einen gibt es Holztreppen, die nach dem Regelwerk "Handwerkliche Holztreppen" gebaut werden. Dazu gehören unter anderem eine eingestemmte Wangentreppe, eine aufgesattelte Treppe oder eine Kombination von beiden Varianten. Die Gebrauchstauglichkeit dieser Treppen geht aus einer langjährigen Erfahrung bei der Herstellung sowie der Erprobung hervor und ein zusätzlicher Standsicherheitsnachweis muss nicht erbracht werden. Anders sieht das aber bei sogenannten Sonderkonstruktionen aus. Zu dieser Gruppe gehören Spindel-, Bolzen-,Faltwerk-, Einholm- sowie geländertragende Treppen. Für diese Spezialanfertigungen sind gesonderte Zulassungen notwendig, die dokumentieren und folgende Aussagen darüber treffen,

  • dass die bestehende Konstruktion von einem unabhängig arbeitenden Institut überprüft wurde,
  • dass der Hersteller ein innerbetrieblichen Kontrollsystem installiert hat,
  • dass der Hersteller von einem unabhängig arbeitenden Institut jährlich überprüft wird,
  • dass Mitarbeiter ständigen Schulungen unterliegen.

 

Weiterhin gibt die Zulassung dem Hersteller vor, welche technischen Bedingungen wie Traglast oder einsetzbare Materialien er unbedingt einzuhalten hat. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie beim Treppenkauf auf eine CE-Kennzeichnung achten.

Optischer Hingucker - verschiedene Holzarten

Holzarten MusterMit dem Material Holz verbinden viele Menschen Wärme, Gemütlichkeit und ein wohnliches Ambiente. Doch Holz hat noch mehr zu bieten. So verbessern Holzmaterialien das Raumklima auf angenehme Weise und können auch mit pflegeleichten, robusten sowie hygienischen Eigenschaften punkten. Als Bauherr werden Sie sich fragen, welche Holzart am ehesten für Ihre Treppe geeignet ist, allerdings lässt sich diese Frage nicht pauschal beantworten. Viele Faktoren wie zum Beispiel Ihr finanzielles Budget, die Optik oder Eigenschaften des Holzes spielen bei der Auswahl eine Rolle. In der Regel finden heutzutage nur noch Laubhölzer Verwendung im Holztreppenbau. Wir haben Ihnen hier eine Auflistung der verschiedensten Holzarten erstellt die Ihnen bei der Auswahl für Ihre Holztreppe behilflich sein kann zusammengestellt:

 

  Bild Farbe Härte Eigenschaften
Ahorn   gelblich-weiß mittelhart mäßig hart, mittelschwer, fest, elastisch und zäh, schwindet mäßig, neigt zum Reißen, gut zu bearbeiten, gute Oberflächen-behandlung
Birke   gelblich mittel hart schwer, fest, zäh und elastisch, schwindet mäßig, gut zu bearbeiten, gute Oberflächen-behandlung
Buche rötlich sehr hart hart, schwer, fest, schwindet sehr stark, neigt zum Reißen, gut zu bearbeiten, gute Oberflächenbehandlung
Eiche gelbbraun-grünlich sehr hart hart, mittelschwer, elastisch, sehr fest, schwindet wenig, gut zu bearbeiten, bedingt gute Oberflächenbehandlung
Esche hellbraun bis dunkelbraun hart hart, schwer, fest, zäh und biegsam, schwindet wenig, gut zu bearbeiten, gute Oberflächenbehandlung
Kirsche   rotbraun weich mäßig hart, mittelschwer, fest, zäh, schwindet und reißt wenig, gut zu bearbeiten, gute Oberflächenbehandlung
Ulme   grünlich-braun hart mäßig hart, schwer, fest, schwindet mäßig, neigt zum Reißen, schwer zu bearbeiten, gute Oberflächenbehandlung

Bei Klick auf die Bilder werden die einzelnen Holzarten vergrößert dargestellt.

 

Verarbeitung aus Massivholz

Massivholztreppen können aus kostengünstigem, sehr weichem Nadelholz hergestellt werden. Dazu gehören die Hölzer der Fichte oder Tanne, die allerdings den Nachteil mitbringen, dass sie sehr starken Beanspruchungen langfristig nicht gewachsen sind. Vor allem Buche, Ahorn oder Eiche kommen beim Treppenbau zum Einsatz. Holzarten unterliegen wie viele andere Baustoffe auch einem Wandel der Zeit und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Zunehmend überzeugen auch immer mehr Holzarten wie Nussbaum- oder Eschenholz mit ihrer edlen Ausstrahlung und dunkleren Farbgebung die Verbraucher. Um das Kostenpotenzial im Rahmen zu halten, können Sie auch unterschiedliche Holzarten miteinander kombinieren und auf diese Weise interessante Akzente schaffen. 

Um Massivholz für den Treppenbau zu verwenden, muss es aufgetrennt und anschließend verleimt werden. Zusätzlich muss die Konstruktion vollseitig und im Besonderen an Anschlussstellen ausreichend lackiert werden, um das Eindringen von Nässe zu unterbinden.

Variantenreichtum ohne Grenzen

Holztreppen geben den Innenräumen ein ganz persönliches Gesicht, deshalb fällt es Bauherrn bei der Planung oftmals schwer, sich für eine Variante zu entscheiden. Schön ist, wenn Sie beim Betreten Ihres Hauses das Gefühl haben, dass sich die Treppe harmonisch ins Gesamtambiente einfügt und die Räumlichkeiten mit ihrer unverwechselbaren Struktur bereichert. Zu den gängigsten Holztreppen zählt die Holzwangentreppe, die sich in eingestemmte sowie aufgesattelte Wangentreppe unterteilt. Bei den eingestemmten Wangentreppen werden die Stufen in den gefrästen Bereich der Wangen gesteckt und die Verschraubungen unter Zuhilfenahme von Abdeckklappen verborgen. Anders bei den aufgesattelten Holzwangentreppen, denn hier werden die Wangen aufgeschnitten und die Stufen daraufgelegt. Die hervorstehenden Aufliegestellen werden nun noch geklebt oder gedübelt. Wunderschön und märchenhaft anzusehen sind Wendel- oder Spindeltreppen. Die Holzstufen sind direkt am Geländer befestigt und zwischen den einzelnen Stufenabschnitten befinden sich sogenannte Distanzhülsen. 

System- oder Tragholztreppen haben den Vorteil, dass sie auf Grund ihrer speziellen, offenen Konstruktion beim Auftreten einen geringen Geräuschpegel verursachen. Der Handlauf befindet sich nur an einer Seite der Treppe und die Stufen hängen einseitig am Geländer. Raum ist bekanntlich in der kleinsten Hütte und so gibt es auch für kleinere Wohnbereiche oder für den Zugang zum Dachboden eine ideale Lösung. Klein- und Raumspartreppen bestehen häufig aus geschweiften oder einer Art trapezförmigen Stufen, welche durch ihre Anordnung einen Auftritt in Wechselfolge ermöglichen.

Modell Holztreppe - Pro und Contra

Eine Holztreppe ist heutzutage weitaus mehr als nur eine Konstruktion, mit der sich Höhen bewältigen oder Etagen verbinden lassen. Sie gilt im Wohnungsbau mittlerweile als modisches Gestaltungselement mit unzähligen Facetten, die sich ganz unterschiedlich darstellen lassen. Eine Treppe ist kein Accessoire, welches man bei Nichtgefallen wieder austauscht, sondern sie sollte den Bewohnern ein Leben lang Freude bereiten und den persönlichen Stil gekonnt unterstreichen. Viele Menschen lieben die warme Ausstrahlung von Holz und dessen Wandelbarkeit. So kann der Rohstoff klassisch schlicht daherkommen oder einen rustikalen, edlen Eindruck hinterlassen. Eine Holztreppe hat viele positive Eigenschaften aufzuweisen: 

 

  • Langlebigkeit und Robustheit - Wird die Holztreppe wie empfohlen gepflegt, wird sie jahrelang halten und gute Dienste erweisen
  • Die Akustik - Stufen aus Holz schlucken lärmende Trittgeräusche und auf Grund des geringen Eigengewichtes wird beim Einbau einer Holztreppe auch die Statik weniger belastet.
  • Der Preis - Holztreppen liegen beim Vergleich mit Glas-, Beton- oder Steintreppen aus finanzieller Sicht im preisgünstigen Sektor.
  • Flexibilität - Es lassen sich nachträgliche Gestaltungswünsche besser umsetzen und Beschädigungen lassen sich durch mehrmaliges Abschleifen optimal beheben.

 

Dem Für steht aber auch ein Wider gegenüber, denn ihre Empfindlichkeit ist der größte Schwachpunk einer Holztreppe. Wasser oder Schädlinge können dem Holz arg zusetzen oder farbliche Veränderungen der Holzoberflächen können eintreten. Eine regelmäßige Holzpflege ist deshalb das A und O für eine dauerhafte Schönheit. Damit Sie keine Anwendungsfehler beim Einsatz von Holzschutz- oder Holzpflegemitteln begehen, sollten Sie sich unbedingt vor der Behandlung von einem Fachmann beraten lassen.

Auf die richtige Pflege kommt es an!

Frau wischt HolztreppeHolztreppen gelten in der Regel als sehr pflegeleicht und benötigen keine ständige Beaufsichtigung. Während der Reinigungsphase reicht eine Trockenreinigung mit absaugen oder abkehren, danach werden die Treppenteile feucht, mit einem gut ausgewrungenen Lappen abgewischt. Es ist wichtig, dass keine Dauernässe entsteht, da diese Feuchteschäden nach sich zieht. Verwenden Sie für die Reinigung keine aggressiven Reinigungsutensilien, sondern ph-neutrale Produkte, da es ansonsten zu Beschädigungen der Oberfläche kommen kann. Sie können aber auch einiges dafür tun, dass es gar nicht erst zu größeren Verschmutzungen der Treppenstufen kommt, indem Sie diese nicht mit stark verschmutzen Schuhen betreten und angesammelten Schmutz sofort beseitigen.